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Wie das Ganze also angefangen hat... Auf ROUDEL bin ich zufällig durch meine Französischlehrerin aufmerksam geworden. Ich hatte mir schon viel länger vorgenommen, einen Austausch zu machen um einfach mal aus dem alltäglichen Trott herausukommen und ein bisschen was von der Welt zu sehen und das nicht nur als "Touri". Irgendwann wars dann soweit, und ich stand mit gepackten Koffern am Flughafen. Der Abschied fiel mir im Nachhinein doch nicht so einfach, aber ich war hochmotiviert und gespannt auf "mein neues Leben" in Frankreich. In den ersten vier Wochen haben wir alle im MJC (einer Art Jugenherberge) gewohnt. Da haben wir mit ganz viel Hilfe und Unterstützung von unseren tollen "Animatrices" einen super Einstieg in Frankreich bekommen und gleichzeitig neue Freunde in der Gruppe gefunden. Drei Wochen davon haben wir alle ein Praktikum gemacht, was vielleicht eine gute aber auch teilweise sehr harte Erfahrung war. Als es dann wirklich endgültig in die Gastfamilien ging, waren wir alle doch etwas traurig, uns wieder trennen zu müssen, aber der Kontakt trennte sich da natürlich nicht. Für mich war es die ersten Tage und Wochen sehr, sehr anstrengend, denn plötzlich MUSSTE ich Französisch sprechen, um mich verständlich zu machen. Auf Dauer kann das sehr anstregend sein, und ich hatte manchmal das Gefühl, dass mein Kopf bald platzen würde. Jetzt stelle ich aber fest, dass ich gerade so gelernt habe! Man darf auf keinen Fall aufgeben, sondern man muss immer wieder versuchen, so viel wie möglich mit der Familie, den Gastgeschwistern etc. zu sprechen! Und wenn das alles nicht mehr half, hatte man ja auch noch Hände und Füsse. Nach der ersten Woche in der Gastfamilie, in der glücklicherweise noch Sommerferien waren, ging dann der Ernst des Lebens los: Die Schule! Der erste Tag war ein unglaublicher Schock für mich; zu viele Franzosen auf einmal, die unglaublich schnell und damals für mich unverständlich französisch sprachen. Und der Unterricht erst! Mein erster Eindruck war, dass der Unterricht nur ein langes Diktat mit Unterbrchungen war. Ich fühlte mich total überfordert, und vor allem wusste ich auch nicht so genau, was nun von mir erwartet wurde. Mit der Zeit stellte ich fest, dass es von mir alleine abhing. In Frankreich ist es eben nicht üblich, als Lehrer pädgogische Fähigkeiten zu besitzen und auf die Schüler einzugehen. Die Jugendlichen selbst sind aber auch nicht unbedingt von der offenen Sorte. Natürlich traf das nicht auf alle zu, so hab ich nach einiger Zeit sehr, sehr nette Leute kennengelernt und Freunde gefunden. Und auch mit den Lehrern fing es an, besser zu werden. Was man unbedingt beachten sollte ist, dass Lehrer es gar nicht abkönnen, wenn man ihren Unterricht stört oder anderer Meinung ist als sie. Was Lehrer sagen, ist Gesetz, wird aufgeschrieben, auswendig gelernt und bei der nächsten Arbeit abgerufen. Ich gab mir also alle Mühe, am Ball zu bleiben und nicht aufzugeben. Und solange die Lehrer das Gefühl hatten, dass man es ernst meinte und mitarbeitete, hatte man auch keine Probleme mit ihnen. Insgesamt ist mir aufgefallen, dass die Schule einen viel höheren Stellenwert im Leben eines Jugendlichen einnimmt als in Deutschland. Dies liegt vielleicht schon daran, dass man in der Woche jeden Tag (ausser Mittwochs) bis mindestens 17.00 Uhr Unterricht hat und danach auch noch Huasaufgaben machen muss, aber trotzdem war es am Anfang sehr ungewohnt und ermüdend für mich. In der Woche war also nichts mit Freizeit. Ich schaffte es gerade noch, mich beim Abendessen aufrecht am Tisch zu halten und schlüpfte dann völlig erschöpft ins Bett. Die Wochenenden nutzte ich dann, um Freunde zu treffen, durch die Stadt zu bummeln oder was mit der Familie zu unternehmen (was relativ häufig vorkam, da das Familienleben hier sehr wichtig ist und unter der Woche, bis auf das gemeinsame Abendessen, kaum Zeit dafür bleibt). Ein weiteres Erlebniss, was man auf keinen Fall verpassen sollte, ist Weihnachten! Ich war mit meiner Gastfamilie und unglaublich vielen Verwandten in den Bergen. Es war wohl eines der aussergewöhnlichsten und lustigstens Erlebnisse hier!
Trotz anfänglicher Schwirigkeiten kann ich nur jedem empfehlen, einen solchen Austausch zu machen!!! Es ist eine unglaublich prägende Erfahrung, und nebenbei lernt man auch noch eine Sprache :=).
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