Johanna

Ich heisse Johanna Tewis und als das elfte Schuljahr auf mich zukam, beschloss ich, dass mein Leben eine Änderung nötig hat. Warum Frankreich? Zu der Zeit, in der ich mich entscheiden musste, ob ich gerne einige Zeit im Ausland verbringen möchte, hatte ich die Wahl zwischen Irland und Frankreich. Nun gibt es sicherlich keinen, der es bestreiten könnte wenn man behauptet, dass Englisch diejenige Sprache ist, die ganz ohne Zweifel öfter gesprochen wird. Trotzdem konnte ich dem Französischen etliche Vorteile abringen. Unter anderem hat sie einen wunderschönen Klang (wenn man sie denn richtig beherrscht) und andererseits, warum das tun, was alle machen und in ein englischsprachiges Land fahren? Durch eine Nachfrage bei meiner damaligen Französischlehrerin gelangte ich zu ROUDEL. Das Programm sprach mich an und so bewarb ich mich, ohne mich noch lange nach anderen Austauschorganisationen umzuschauen.

Dann ging es eigentlich ziemlich schnell und am Ende der Sommerferien fand ich mich mit sieben anderen Mädchen am hamburger Flughafen wieder. Über München, (wo eine echte kölsche Jong auf uns stoss) ging es weiter nach Toulouse. Superhitze erwartete uns dort und das Taxiunternehmen ROUDEL, welches uns nach Carcassonne fuhr, wo wir die nächsten vier Wochen in der carcassonner Jugendherberge verbringen sollten.

Nach einer Woche, vollgestopft mit Unternehmungen vom Surfen bis zur Hoehlenforschung, stand einem Jeden ein dreiwöchiges Praktikum bevor. Mir meines im carcassonner Tierheim. Ich hatte noch nie zuvor ein Tierheim betreten und war deshalb auf alles gefasst, da man in den südlichen Ländern bei der Tierliebe immer mit dem schlimmsten rechnen muss. So schlimm wurde es dann allerdings doch nicht, und ich verbrachte dort drei arbeitsreiche Wochen. Meine Arme waren nach diesen drei Wochen ganz zerkratzt und meine Jeans von kleinen Katzenpfoetchen zerrissen.

Danach ging es in die Gastfamilie und die Arbeit begann. Schliesslich durften wir uns nicht einfach auf die faule Haut legen sondern mussten wie unsere Gastgeschwister in die Schule gehen. Dabei waren nicht immer alle Lehrer nachsichtig. Die Schule in Frankreich dauert jeden Tag bis in den späten Nachmittag hinein und so blieb einem nicht mehr viel Freizeit, um ein Buch zu lesen oder ähnliches zu machen, wenn man noch alle Hausaufgaben machen wollte. Diese auch gründlich zu erledigen, würde ich jedem empfehlen, denn das zeigt nicht nur die Arbeitsbereitschaft gegenüber den Lehrern sondern dadurch wird es auch immer einfacher, dem Unterricht zu folgen. Denn schliesslich fährt man doch nicht ins Ausland, um sich nur zu amüsieren, oder?

Meine Gastfamilie bestand aus Vater, Mutter und Tochter. Einem grossen Labrador der Opium hiess und zwei kleinen Hunden namens Neige und Olga. Ich wohnte in Castelnaudary. Nicht direkt im Zentrum (wenn das denn überhaupt existiert) und nur zwanzig Minute Fussweg von meinem Lycée entfernt. An den Wochenenden bin ich, solange es noch Sommer war, und der dauert hier lange, mit meiner Gastfamilie ans Meer zum Campen gefahren. Der Anfang in meiner Gastfamilie fiel mir nicht leicht. Aber aller Anfang ist schwer, und ich freundete mich auch nach einiger Zeit mit meiner Gastschwester an. Ich denke, dass sich mein Franzoesisch in diesem halben Jahr sehr verbessert hat, und ich würde wirklich jedem empfehlen so eine Auslanderfahrung zu machen.

Wenn ihr noch irgendwelche Fragen habt koennt ihr mir unter johanna@tewis.de eine e-mail schreiben.


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