Tobi      Tobi

Also, ich bin Tobi und war dieses Jahr der einzige Junge, der sich getraut hat, nach Frankreich zu kommen!

Die 11 Mädchen und ich waren erst 10 Tage im MJC in Carcassonne, haben einen kleinen Französichaufbaukurs gemacht und die Gegend erkundet. Es hat viel Spass gemacht, aber ab und zu habe ich mich als einziger Junge etwas alleine und unterdrückt gefühlt (wenn zum Beispiel das Thema Schwangerschaft, die Pille und so was zum 10ten Mal diskutiert wurde). Ich will gar nicht sagen, dass die Mädels die ganze Zeit nur über solche Themen reden würden, es gibt auch noch Essen, Klamotten und Jungs.
Aber im Allgemeinen habe ich mich sehr wohl gefühlt, weil die Mädels wirklich nett sind und man sich mit ihnen auch über andere Dinge unterhalten kann. Ich hatte auch mein eigenes Zimmer, was sehr nützlich war, wenn ich mich mal zurückziehen wollte (hat zwar meistens nicht geklappt, weil immer jemand in meinem Zimmer war, aber ich hätte es wenigstens machen können).

Am Besten in der Vorbereitungszeit, wie die ersten 10 Tage so schön genannt wurden, haben mir die 3 Tage in Leucate Plage gefallen, was ein kleiner Ferienort mit Strand ist, was man auch am Namen erkennt. Dort habe ich nämlich endlich alle Namen gelernt und wir sind schön tanzen gegangen und haben die ersten Kontakte mit Franzosen, mit Ausnahme der Franzosen, die die Mädchen in der Strasse angelabert haben, gemacht. Die Franzosen trinken auch sehr gerne, aber gegen uns Deutsche haben sie keine Chance, Ha Ha!

So, danach hatten wir ein 3wöchiges Praktikum, das ich in einem Geschäft, das Musikinstrumente verkauft, gemacht habe. Ich spiele nämlich Schlagzeug und interessiere mich eben für Musik. Ich hatte nicht so viel zu tun ausser aufräumen und die Instrumente zu putzen, auszuprobieren und mein eiskaltes Wasser zu trinken. Es war nämlich verdammt heiss und jede Bewegung war anstrengend, aber dafür sind wir alle wenigstens braun geworden (ihr merkt schon ich höre mich ab und zu schon wie ein Mädchen an, das Leben in Frankreich unter so vielen Mädchen prägt eben). So, wo war ich jetzt ? Ach ja, meine beiden Chefs waren immer sehr nett zu mir, haben mir früher frei gegeben, mich in der Mittagspause mit nach Hause auf einen Kaffee eingeladen usw.

Als das dann alles zu Ende war sind wir in unsere Familien gekommen, ich war in der wundervollen Stadt Toulouse ( siehe oben: Titel). Ich hatte ein Riesenbett, wo ich mich die meiste Zeit am Anfang, mit Fernseher und PC, aufgehalten habe. Es war sehr anstrengend, am Anfang von allen Seiten nur französisch zu hören, aber daran gewöhnt man sich. Ich hatte das Glück, auf die gleiche Schule wie Maria gekommen zu sein, sodass ich noch täglich meine Dosis deutsch bekam. Ich habe mich sehr schnell in der Schule eingelebt und auch schnell Freunde gefunden. Du musst nur sagen, dass du ein Deutscher bist, der französich lernen will, oder das du auch kiffst, und schon ist ein Haufen von Menschen um dich herum. Ich habe es schon vorher gehört, dass die Franzosen viel kiffen, aber dass so viele kiffen hätte ich nicht gedacht.

Na ja, aber das ist ja eigentlich sowieso uninteressant. Am Anfang fiel es mir schwer, mit den Mädchen zu flirten, weil mein Vokabular noch nicht so gut war und es ist ja nicht wirklich erfolgreich, wenn das Mädchen überhaupt nicht versteht was man will aber, nach 2 Monaten auf der Schule lief das alles schon sehr viel besser.

Ich habe auch gelernt, etwas geduldiger zu sein. Am Anfang habe ich immer alles reingeschrien, was ich wusste oder wenn ich was verstanden habe. Jetzt bin ich einfach geduldiger, da gibt es ja auch so einen Spruch: In der Ruhe liegt die Kraft.

Bis nach den Herbstferien war wirklich sehr schönes Wetter, ich habe mich fast jeden Tag mit meinen Freunden einfach auf die Felder gesetzt ( die Schule war nämlich schon fast auf dem Land) und einfach nur die Sonne genossen. Nach den Herbstferien hat sich das aber ziemlich geändert: sehr kalter, starker Wind und es hat angefangen zu regnen. Also vergesst auf keinen Fall ne dicke Regenjacke. Eine Neuigkeit: ich habe gerade ne Sms bekommen, dass es in Toulouse geschneit hat, also denkt nicht, dass ihr Südfrankreich mit Südamerika oder so vergleichen könnt, auch wenn es schon ein etwas besseres Klima als in Deutschland ist.

So noch paar Tips und Erkenntnisse zum Schluss:


Also gebt euch einen Ruck, denkt vorher nicht nach was euch erwartet, und kommt in den schönen Süden von Frankreich!!!!!


Zurück zur Hauptseite