Susanne      Susanne

Wagt das Abenteuer

"Wo werde ich wohl landen ?quot; Das ist, glaube ich die meist gestellte Frage, die man sich stellt, wenn man sich für das Ausland entschieden hat. Ich will mal versuchen paar Antworten zu geben, indem ich von meinen sechs Monaten erzähle :

Bevor ich aber loslege, will ich mich doch erstmal vorstellen : Ich heisse Susanne und komme aus KÖLN (es war nicht ganz leicht mit den ganzen Hamburgern, die so "eingebildet" waren, dass es schon bis zum Himmel stank. Gott-sei-Dank hatte ich aber noch Unterstützung von einer anderen sehr netten Kölnerin. Zusammen verstanden wir uns zu verteidigen und die "blöden" Hamburger in ihre Schranken zu weisen. *grins*) Seit der 9. Klasse stand für mich fest , dass ich ins Ausland gehen würde, sowohl auch in ein Land, wo französisch gesprochen wird. Nach langem Suchen habe ich mich dann für die Organisation Roudel entschieden.

Alles fing mit einem Einführungskurs mit der ganzen Gruppe in Carcassonne an. Morgens fand Französischunterricht statt und am Nachmittag wurde Programm gemacht (Höhlenbesichtigung, reiten, surfen, sogar drei Tage ans Meer und vieles mehr) Das Ganze dauerte 10 Tage. Ich fand den Einführungskurs sehr hillfsreich, da man mit der ganzen Gruppe noch paar Tage zusammen war und nicht direkt alleine mit den Franzosen stand. Nach diesen 10 Tagen ging es ins Praktikum. Mein erster Gedanke : "Au secours, das packe ich nie !" Aber diese Einstellung hat sich direkt am ersten Tag um 180 Grad gedreht. Ich habe in einem Hotel gearbeitet. Am Morgen musste ich an der Rezeption arbeiten (Telefonate entgegennehmen, Schlüssel annehmen, anreichen, Rechnungen schreiben etc.) und am Nachmittag habe ich im Restaurant als Kellnerin gearbeit - und fleissig trinkgeld gesammelt.

*grins*. Meine "Kollegen" waren total nett und hilfsbereit. Am Anfang hatte ich noch Schwierigkeiten am Telefon, machte aber jeden Tag Fortschritte und am Ende konnte ich auch selbständig Reservationen aufschreiben. Drei Wochen habe ich da gearbeitet, wo ich sowohl sprachlich als auch arbeitstechnisch viel gelernt habe.
Und für alle anderen würde ich auch raten, ein Praktikum in einem Hotel zu machen, da man viel machen und lernen kann.

Tja und dann...ging es in die Gastfamilien! ! ! Ich habe in Castelnaudary, eine kleine Stadt zwischen Carcassonne und Toulouse gewohnt. Meine Familie war sehr nett. Am Anfang gab es paar Verständigungsschwierigkeiten, von wegen ausgehen, wann nach Hause, wenn besuchen (Jungs waren bei mir absolut tabu etc.) und so weiter und so fort. Nachdem wir aber unseren gemeinsamen "Rhythmus" gefunden haben, haben wir uns sehr gut verstanden. Meine Familie hat mit mir sehr viele Ausflüge gemacht (ans Meer fahren, Wochenenden in die Province, in die Berge, etc.) Mit meiner Gastschwester (17) habe ich mich auch sehr gut verstanden . Ich würde schon sagen, dass ich ein Familienmitglied geworden bin und nicht nur der einfache Gast, der sechs Monate mit denen lebt. Aber natürlich war nicht nur Frieden, Freude, Eierkuchen. Man muss - besonders in meiner Familie - bereit sein, sich anzupassen und evt. auch mal auf etw. zu verzichten , wie zum Beispiel nicht jedes Wochenende weggehen, oder am Wochenende bis in die Puppen pennen. Hinzu kam, dass mein Familie keine Kritik vertrug und sofort pampig wurde. Das war manchmal nicht ganz leicht, da man auch immer gute Laune haben musste. Was auch sehr ungewöhnlich war, dass meine Familie in den sechs Monaten keinen einzigen Besuch bekam (bis auf die Familie). Auch hat meine Gastschwester nie Freunde besucht. Deshalb fiel es ihnen etw. schwer zu akzeptieren, dass ich aber ab und zu das Verlangen hatte, auch mal andere Leute ausserhalb der Schule ausser meiner Familie zu treffen. Aber sonst verstand ich mich mit meiner Familie sehr gut. Was ihr vielleicht noch wissen solltet, dass man schon seine drei Monate braucht, bis man richtig in Frankreich, in seiner Familie und Umgebung gelandet ist.

Kommen wir zum Thema Schule:
Meine Klasse 1ère L hat mich mit offenen Armen empfangen. Sie waren hilfsbereit und sehr freundlich. Schnell hatte man Freunde gefunden. Was am Anfang etwas gewöhnungsbedürftigt , waren die ungewöhnlichen Schultage - mein längster Schultag dauerte von 8 - 17:30 Uhr und der Kürzeste von 8 - 11 Uhr, also alles ganz logisch. Als Ausgleich zu den langen Schultagen hatte man aber viele Freistunden, in denen man Karten, Billard, Kicker spielen konnte oder einfach mit den Franzosen abhängte - natürlich im positivem Sinne. Viele sagen, dass das Kantinenessen ungeniessbar war. Da muss ich mein Lycée Jean Durand in Schutz nehmen, und sagen, dass es mir sehr gut geschmeckt hat.

Ich möchte hier gar nicht so ins Einzelne gehen, da es eh nur ein Beispiel von vielen ist. Es kann auch alles ganz anderes sein und passieren. Dennoch sage ich euch, dass es sich auf jeden Fall lohnt, das Abenteuer zu wagen und ins Ausland zu fahren, denn man lernt jede Menge über sich, über eine andere Kultur, anderes Land. Ausserdem ist es doch ein grosse Hilfe, sprachlich sich zu bessern.

Gebt euch ein Ruck, denkt nicht soviel darüber nach, was passieren könnte. Traut euch ! ! !

P.S. : Gibt es Fragen ? Nicht verzagen, Sanne fragen : Sahne_de@gmx.de


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