Nina      Nina

Also los, nun ist es endlich auch an mir (als letzte und unter Zeitdruck ) :

Das erste Erlebnis, was ich mit Frankreich in Verbindung brachte, war ein morgendlicher Anruf am 30.7. von Sophie (ROUDEL), die mich ganz banal fragte, warum ich denn nicht wie die Anderen das Flugzeug genommen hätte.WAS ? - ja, ich habe es wirklich als einzige geschafft, meinen Flugtermin zu verwechseln. doch schliesslich kam ich auch noch an ! Nur eben alleine und einen Tag später. Und so begann der Monat im MJC, in dem wir Mädels (plus Tobi) uns nun besser kennenlernten (vor allem wahrscheinlich zur Freude von Tobi) und viel miteinander erlebten (reiten, surfen, STRAND etc). Die Tage waren gut ausgefüllt, sodass ich geglaubt habe, mich dann während der Praktikumszeit wenigstens am Tag erholen könnte... doch falsch gedacht ! Es war zunächst wirklich ziemlich anstrengend, da ich mein Praktikum im Museum absolvierte, wo nicht nur französisch, sondern auch englisch und spanisch gesprochen wurde. Ausserdem hattte ich keinen blassen Schimmer von der Geschichte dieser Region, doch letztendlich hatte ich unheimlich Glück ! ! Da ich nicht nur sprachlich ganz viel lernte (dank meiner lieben Chefin und jungen und sympathischen Mitarbeiterin, die mir alles erklärten), sondern auch geschichtlich, und menschlich (durch den direkten Kontakt von Anfang an mit den Besuchern) ! ! Und schliesslich wurde es auch etwas ruhiger im Museum und weniger anstrengend.

Die Zeit in Carcassonne fand ich einfach nur lustig, interessant und schön. Vor allem konnten wir uns so auch untereinander besser kennen lernen. Danach war ich allerdings so müde, dass ich am ersten Wochenende mit meiner Familie (Gast-) stets eingeschlafen bin. Aber egal. Schliesslich hatte ich die Möglichkeit, noch ein wenig die Ferien zu geniessen und meine Familie und mein ganzes Umfeld näher zu entdecken, bevor der erste Schultag auf dem Programm stand. Schon damals merkte ich, wie gut man sich mit meiner Familie immer über alles unterhalten kann und bereits in der ersten Zeit unternahm ich viel Verschiedenes und Neues mit ihnen. Ausserdem kümmerten sich nicht nur meine Eltern super um mich, sondern auch mein kleiner Bruder (12, der mit im Haus wohnte) und meine grossen Brüder (22 und 24) um mich. Nach anfänglichem Horror und vor allem viel Angst vor der ersten Woche in einer fremden Schule und auch noch als einzige Deutsche, lebte ich mich schnell ein. Ich hatte eine super Klasse erwischt, obwohl ich zunächst doch sehr erschüttert war, dass sie nur aus Mädchen und einem Jungen besteht und vor allem, dass sich die meisten nicht wirklich kannten. Letztlich aber war ich so glücklich und habe noch nie so eine Klasse erlebt, in der wirklich jeder einzelne ganz lieb war und jeder jeden akzeptiert und hilft! ! ! So fiel es mir also nicht allzu schwer schnell Freunde zu finden, die mich schliesslich immer weiter ihren Freunden aus den anderen Klassen vorstellten, sodass ich am Ende fast das Gefühl hatte alle zu kennen. Auch die Lehrer nahmen viel Rücksicht und waren teilweise auch so super sympatisch, nur halt einige doch strenger als man es gewöhnt ist.

Mit meiner Familie lief es ja von Anfang an gut und sie behandelten mich immer wie ein Familienmitglied, sodass ich mir bis jetzt nicht vorstellen kann, sie zu verlassen, da sie ja nun mal meine Familie hier sind und ich sie wirklich angefangen habe zu lieben. (Doch es gibt ja Flugzeuge, die einen auch immer wieder zurück bringen)

Insgesamt bin ich mehr als begeistert von den Menschen hier, die einfach schon etwas anders sind und ich habe es letzten Endes geschafft, viele gute und liebe Freunde zu finden, die ich gar nicht wieder verlassen möchte ! Ich habe die Franzosen als viel aufgeschlossener empfunden und war überrascht wie es sein kann, dass die hier alle ein so grosses Herz und eine so geniale Liebenswürdigkeit haben ! ! !

So, um meinen Zug zurück zu meiner Gastfamilie noch zu bekommen (der letzte Abend muss ja noch einmal genutzt werden), um mit ihnen und einigen Freunden noch einmal Abschied zu "feiern", werde ich mich nun mal davon machen...

An alle, die sich noch nicht sicher sind : MACHT ES ! ! ! Ihr lernt soviel, nicht nur sprachlich, sondern noch viel mehr darüber hinaus ! ! ! Für mich war es auf jeden Fall eine meiner schönsten Zeiten in meinem Leben, die ich nie vergessen werde und die ich noch gar nicht verlassen möchte.


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