Julia
Salut, ich bin Julia, 16 Jahre, komme aus Hamburg und habe die 6 Monate in Frankreich super gut verlebt!!!
Mit diesem Erfahrungsbericht werde ich versuchen, euch einen kleinen Eindruck von meinem Aufenthalt zu verschaffen.
Also, angefangen hat alles mit einer Brochüre im Französischunterricht, die unser Lehrer verteilt hat. Eigentlich habe ich gar nicht daran gedacht, ins Ausland zu fahren, weil ich sehr an meinem Zuhause hänge, doch das Programm von Roudel hat mir und meiner Familie sehr gefallen und so haben wir nach Informationen gefragt. Die ganze vorherige Organisation ist sehr gut verlaufen und so habe ich beschlossen, an diesem Aufentalt teilzunehmen, um eine neue Kultur kennenzulernen und natürlich um meine Sprachkenntnisse zu verbesssern.
Ich hatte Französisch erst seit zwei Jahren gelernt und war deswegen etwas ängstlich, nach Frankreich zu gehen, doch trotz aller vorherigen Sorgen war es kein Problem, mich in diese Sprache zu integrieren.
Kurz bevor der Aufenthalt begann, war ich sehr nervös und gestresst, weil ich, wie alle Anderen, nicht wusste, was auf mich zukommen würde und wie ich in Frankreich überhaupt zurecht käme. Aber sobald man im Flugzeug sitzt, fällt die Last immer mehr von einem ab und man freut sich auf die bevorstehenden sechs Monate.
Am 30. Juli ging alles los: Die Gruppe hat sich in Toulouse das erste Mal richtig gesehen und wir konnten die ersten Kontakte aufnehmen. Gleich als wir aus dem Flugzeug ausstiegen, fing das Übel mit dem Wetter an: Eine Hitzewelle von 40 Grad im Schatten kam uns Deutschen Frostbeulen entgegen, was sich die ganze Zeit während des Sommers nicht wirklich geändert hat.
Der Aufenthalt begann mit einem 10-tägigen Sprachunterricht und vielen Ausflügen. Der Sprachunterricht hat mir persönlich nicht wirklich etwas gebracht, er war interessant, aber es war einfach nur eine Wiederholung von Sachen, die man eh schon wusste. Die Ausflüge waren richtig gut! Wir sind an den Strand gefahren und konnten surfen, reiten oder schwimmen. Die Tropfsteinhöhle war nicht für jeden etwas, weil wir über hundert Meter tiefe Löcher klettern mussten und uns durch super kleine Wege schlängelten. Aber im Grossen und Ganzen waren alle sehr zufrieden, weil wir Dinge gemacht haben, die man sonst nicht so oft erlebt.
Im August hatten wir ein dreiwöchiges Praktikum und ich habe mir schon in Deutschland gewünscht in ein Hotel zu kommen, weil ich mir gedacht habe, dass man dort viel lernen kann.
Das Hotel heisst "Le donjon, les remparts" und liegt im Herzen der Cité von Carcassonne.
Als ich das erste Mal in dieses Hotel gekommen bin, habe ich gedacht, dass ich bestimmt richtig viel arbeiten müsse und es sehr schwer werden kann, doch es war eine super schöne Zeit und ich habe dieses Praktikum wirklich genossen, weil alle Mitarbeiter total nett zu mir waren und es gar kein Problem mit der Sprache gab. Morgens habe ich am Frühstücksbuffet gearbeitet und am Nachmittag durfte ich an der Rezeption aushelfen. Diese Arbeit hat mir echt geholfen und ich kann nur empfehlen, sein Praktikum in einem Hotel zu machen, da ich in der Sprache meine ersten Fortschritte gemacht habe.
Nach dem Praktikum fing der Ernst dieses Aufenthaltes an! Wir sind in unsere Gastfamilien gekommen und die französische Schule hat begonnen.
Zuerst werde ich euch über meine französische Familie berichten:
Als ich diese das erste Mal gesehen hatte, dachte ich "Oh Gott, so hatte ich mir die ja nicht vorgestellt", da sie so ganz anders als meine Familie in Deutschland war. Doch dieses kam mir nur äusserlich so vor, denn sie waren von Anfang an sehr nett zu mir und haben versucht, mit mir zu kommunizieren, denn ich ergreife nicht gerne als erste die Initiative.
Die erste Nacht in dieser mir so ganz fremden Familie war sehr komisch, denn die ganze Umgebung, das Haus und die Athmosphäre waren sehr anders. Ihr werdet euch jetzt bestimmt sagen, dass man doch schon vorher weiss, dass sich Dinge ändern werden, doch als ich dann alles das erste Mal gesehen habe, bekam ich schon einen kleinen Schock.
Mein Haus war ein typisch altes französisches Haus und auch die innere Einrichtung liess zu wünschen übrig, da alles sehr alt war, doch man sollte nie von dem ersten Eindruck ausgehen, denn ich habe mich sehr schnell an die neue Umgebung gewöhnt und sie lieben gelernt. Mit meiner Gastfamilie (einer Gastmutter und ihren beiden Söhnen, 22 und 10 Jahre alt) habe ich mich sehr gut verstanden. Sie haben mich gleich in ihrer Familie aufgenommen und ich kam mir wirklich geborgen vor, so dass ich eigentlich nie Heimweh bekam. Mit meiner Gastmutter habe ich sogar eine sehr freundschaftliche Beziehung aufgebaut und konnte ihr alles erzählen, was mir auf dem Herzen lag. Mit meinen beiden Gastbrüdern hatte ich sehr viel Spass und die ganze Familie ist mir während dieser Zeit echt ans Herz gewachsen. Natürlich gab es auch schwierigere Zeiten, doch diese sind bei mir total in den Hintergrund gefallen, weil mein Aufenthalt fast nur von schönen Erinnerungen geprägt ist!
Die Weihnachtszeit war für mich die schwierigste während der sechs Monate. Meine Gastfamilie war zwar super nett und hat sehr versucht, mir ein Gemisch aus deutschen und französischen Weihnachten zu machen z.B. hat sie mir einen deutschen Weihnachtsstollen gekauft und es gab für jeden einen Adventskalender, doch die deutsche Weihnachtsathmosphäre hat mir besonders am 24. sehr gefehlt. Das soll trotzdem nicht heissen, dass mein Weihnachtsfest total daneben war, ganz im Gegenteil, ich fand es schön, dieses Fest einmal in einem anderen Land miterleben zu können, habe schöne Geschenke bekommen und ein sehr gutes französisches Festmal zu mir genommen.
Natürlich wurden die sechs Monate auch sehr von der französischen Schule und den Freunden geprägt, über die ich im Folgenden schreiben werde:
Am Anfang war es ziemlich schwer sich an die lange Schulzeit zu gewöhnen und ich war oft sehr müde nach einem Schultag voller Freistunden, aber lasst euch deswegen nicht abschrecken, denn daran gewöhnt man sich sehr schnell und auch an das ekelige Kantinenessen. Man muss auch etwas Geduld mitbringen, denn die Wartezeit an der Kantine kann zwischen einer Viertelstunde und einer Ganzen betragen.
Mein erster Schultag war sehr unorganisiert, da ich ganz alleine auf dieser Schule (Lycée Vincent Auriol) gewesen bin und es das erste Mal war, dass dieses Lycée einen Schüler von ROUDEL aufgenommen hat.
Die Chefin von Roudel hat mich begleitet, doch niemand wusste, wo ich hingehen sollte und so kam ich ungefähr eine viertel Stunde zu spät in den Saal, indem sich die ganzen Gymnasiasten befanden, was mir sehr, sehr peinlich war.
Ich fand es sehr gut, alleine auf einer Schule zu sein, da ich sehr schnell Kontakt zu den Franzosen aufgenommen habe und diese auch von Anfang an sehr interessiert waren. Man muss sich einfach nur trauen, zu sprechen, denn ich finde, dass dieses in Frankreich wirklich nicht schwer fällt, denn die Franzosen sind immer sehr erfreut, wenn jemand ihre Muttersprache beherrscht.
Ich habe mich in meiner Klasse sehr wohl gefühlt und viele Freunde gefunden, die ich sehr lieb gewonnen habe. Also kommt und sammelt neue Erfahrungen!!!
Um euch endlich in Ruhe zu lassen komme ich nun zum Ende:
Ich kann nur empfehlen, in den Süden von Frankreich zu kommen, da die kurze Zeit echt wunderschön war und sich mein Französisch wirklich sehr verbessert hat. Ich würde glatt noch einmal ins kalte Wasser springen.
Das Einzige, woran ihr denken solltet, sind warme Klamotten, denn es wird auch hier im Süden wirklich "saukalt" im Winter und ihr solltet keine Angst vor ein paar Kilos mehr haben!!!
Seid mutig (auch die männlichen Geschöpfe unter euch), es lohnt sich und ihr werdet ganz bestimmt stolz auf euch sein!
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